Wasserwerke Sonneberg

Biologische Reinigung

Belebungsbecken

Die biologische Reinigung mit Stickstoffelimination und aerober Schlammstabilisierung erfolgt in zwei, über ein Verteilerbauwerk beschickte Belebungsbecken. Die Becken sind als Umlaufbecken ausgeführt, d. h. der Beckeninhalt wird permanent mittels großflügeliger Strömungsbeschleuniger mit einer Sohlgeschwindigkeit von etwa 0,20 – 0,30 m/s durch die Becken „geschoben“. Die Becken haben ein Nutzvolumen von je 900 m³ und eine Wassertiefe von 4,50 m. Sie sind ca. 24 m lang.

Die Belüftung der Becken erfolgt über eine feinblasige Druckbelüftung mit an der  Beckensohle flächig verteilt angeordneten Membran-Rohrbelüftern. Die Belebungsbecken werden vorzugsweise intermittierend betrieben, d.h. in den Belüftungsphasen wird organischer Kohlenstoff abgebaut und Stickstoff nitrifiziert (Oxidation von Ammonium-Stickstoff zu Nitrat) und in der folgenden unbelüfteten Phase erfolgt die Denitrifikation, also die teilweise Reduktion des Nitrates zu molekularen Stickstoff, welcher anschließend als Gas in die Atmosphäre entweicht.

Gebläsestation

Für die Versorgung der feinblasigen Druckbelüftung in den Belebungsbecken sind auf der Kläranlage insgesamt 3 Drehkolbengebläse installiert. Die beiden leistungsstärksten Gebläse können bei gleichzeitigem Betrieb die Spitzenlast abdecken. Das dritte, leistungsschwächere Aggregat dient zur besseren Regelung in Schwachlastzeiten und als Reserveaggregat.

Die von den Gebläsen erzeugte Luftmenge kann stufenlos eingestellt werden. Die Gebläse sind im Maschinenhaus untergebracht und mit einer Schallschutzhaube versehen. Die Gebläse sind gleichzeitig die größten Stromverbraucher auf der Anlage mit 2 x 15 kW und 1 x 11 kW Antriebsleistung. Sie erzeugen dabei eine maximale Luftmenge von 2 x 650 Nm³/h und 1 x 420 Nm³/h.

Nachklärbecken mit Rücklaufschlammpumpwerk

Von den Belebungsbecken fließt das Abwasser über ein Verteilerbauwerk in die beiden Nachklärbecken. Der Belebtschlamm im Abwasser setzt sich dort im Trichter des Beckens ab und fließt über eine Rohrsteigleitung zum Rücklaufschlammpumpwerk. Der Schwimmschlamm, der sich auf dem Wasserspiegel sowohl der Belebungs- wie auch der Nachklärbecken bilden kann, wird jeweils über einen Absenkschieber ebenfalls in das zugehörige Rücklaufschlammpumpwerk geleitet.

Der Großteil des Schlammes wird zurück in die Belebungsbecken gepumpt, da dieser Schlamm als aktive Biomasse die Nahrung für die Bakterien darstellt, welche das Abwasser reinigen. Nur der Teil, der durch das tägliche Wachstum dieser Biomasse zusätzlich anfällt, wird als sog. Überschussschlamm mittels Pumpen abgezogen und in die Schlammsilos gepumpt. Das gereinigte Abwasser im Nachklärbecken fließt unter einer Tauchwand hindurch in eine Rinne und über die Ablaufmessstation in die Steinach.

Ablaufmessstation

Der Ablauf der Kläranlage muss sowohl nach Qualität und Quantität gemessen werden. Die Quantität, also die Durchflussmenge, wird in der Ablaufmessstation mittels eines magnetisch-induktiven Durchflussmessers gemessen. Für die Überwachung der Qualität entnimmt ein maschineller Probenehmer automatisch Proben aus dem Abwasser und sammelt diese in Behältern.

Die Proben werden im Labor untersucht; pH-Wert und Temperatur werden mittels Sonden kontinuierlich gemessen. Damit werden die Anforderungen der Thüringer Verordnung über die Eigenkontrolle von Abwasseranlagen (Thür. Abwasserkontrollverordnung) erfüllt.