Wasserwerke Sonneberg

Schlammbehandlung

Fäkalschlammannahmestation und Fäkalschlammspeicher

Gegenwärtig werden täglich bis zu 100 m³ und jährlich rd. 23000 m³ Fäkalschlamm aus Hauskläranlagen auf die Kläranlage transportiert und dort gereinigt. Der Schlamm wird aus den Transportfahrzeugen in die Annahmestation gepumpt und dort mittels eines Feinrechens von Grobstoffen befreit. Die Grobstoffe werden ausgewaschen und in einen Container abgeworfen. Auch hier kommt zur Geruchsreduzierung eine Absackvorrichtung zum Einsatz. Nach der Vorreinigung wird der Fäkalschlamm in einem Speicherbehälter zwischengespeichert. Auf Grund der hohen Schmutzfrachtkonzentration wird der Fäkalschlamm zeitlich verteilt mit einer Kreiselpumpe in den Abwasserstrom gepumpt und zusammen mit dem Abwasser gereinigt. Da insbesondere in der Nacht weniger Abwasser der Kläranlage zufließt, wird hauptsächlich nachts der Fäkalschlamm dem Abwasser hinzugegeben. Der Speicherbehälter hat ein Propellerrührwerk, welches Ablagerungen weitgehend vermeidet und aus Geruchsgründen eine Abdeckung.

Maschinelle Schlammeindickung

Der dem Abwasserstrom im Rücklaufschlammpumpwerk entzogene Überschussschlamm hat einen sehr geringen Feststoffgehalt. Es ist die Aufgabe der maschinellen Schlammeindickung diesen zu erhöhen. Dies geschieht dadurch, dass mittels einer Exzenterschneckenpumpe der Überschussschlamm auf zwei Bandeindicker gepumpt wird. Dort strömt der Schlamm auf ein endlos umlaufendes Siebband. Das überschüssige Wasser fließt zurück in den Abwasserstrom, der eingedickte Schlamm wird in zwei Schlammsilos gepumpt. Um den Prozess zu unterstützen, wird dem Schlamm vorher noch ein Flockungshilfmittel zudosiert. Der Feststoffgehalt wird hier um den Faktor 5 erhöht, der Schlamm ist aber immer noch flüssig. Die beiden Bandeindicker stehen in dem Maschinengebäude.

Schlammsilos mit Pumpwerk

Der in der maschinellen Schlammeindickung eingedickte Schlamm wird, bevor er entwässert wird, in zwei Schlammsilos zwischengespeichert. Diese haben eine Speicherkapazität von 6 Wochen. Im Silo sind 4 Umwälzrührwerke installiert. Die Silos sind deshalb notwendig, weil:

  • der eingedickte Schlamm ca. 2 Wochen lagern muss, um die Entwässerungsfähigkeit zu erreichen,
  • bei Ausfall der Entwässerungmaschine eine Pufferung notwendig wird,
  • der aus den Kläranlagen Schalkau, Steinach und Lauscha angelieferte Schlamm vor der Entwässerung erst mit dem „Sonneberger“ gemischt werden muss.

Eine separate Entwässerung ist dort aus betriebstechnischen und wirtschaftlichen Aspekten nicht sinnvoll. Neben den Silos befindet sich ein Pumpwerk, welches den Schlamm von den Silos auf die Entwässerungsmaschine pumpt.

Maschinelle Schlammentwässerung

Bevor der eingedickte Schlamm auf der Siebbandpresse verteilt wird, erfolgt, ähnlich der Eindickung, eine Zudosierung von Flockungsmitteln. Nach einer kurzen Einlaufstrecke wird der Schlamm maschinell zwischen zwei Siebbänder gepresst. Hierdurch wird das überschüssige Wasser von den Feststoffen getrennt. Die Pressung wird erzeugt, indem die beiden Siebbänder durch eine Vielzahl von Walzen umgelenkt werden und somit schrittweise der Pressdruck auf den Schlamm erhöht wird. Anschließend fällt der entwässerte, krümelige Schlamm in einen Schneckenförderer und wird entweder in Container abgeworfen oder zum Abwurfplatz der Schlammlagerhalle gefördert.

Schlammlagerung

Zur Zeit wird der anfallende Klärschlamm der Kläranlage Sonneberg in der Restmüllbehandlungsanlage Zella Mehlis thermisch verwertet. Klärschlamm ist ein CO2-neutraler Brennstoff und somit nicht klimaschädigend. Der anfallende
Klärschlamm der Kläranlagen Schalkau, Steinach und Lauscha wird landschaftlich verwertet.